Soziale Inklusion kennt keine Grenzen – Rückblick auf das Ferie Camp 2026 in Fredericia (Dänemark)
Nach 2023 machte sich am 6. Juli 2026 zum zweiten Mal eine rund 50-köpfige SIB-Gruppe auf den Weg zum Ferie Camp nach Dänemark. Diesmal war es tatsächlich eine Last-Minute-Aktion, denn die Förderzusage erhielten wir erst fünf Wochen vor der Abreise. Zum Glück konnten wir erneut auf die Unterstützung von Aktion Mensch, der Berliner Tafel, Luna und natürlich unseren SIB-Trägerorganisationen (GEBEWO, Neue Chance, Berliner Stadtmission, Unionhilfswerk, IB und SKM) zählen.
Mitgereist sind sowohl langjährige SIB-Teilnehmende, die regelmäßig unsere Sport- und Freizeitangebote besuchen, als auch viele neue Gesichter. Die Reise stand nicht nur Klient*innen unserer Trägerorganisationen offen, sondern auch externen Interessierten. So konnten wir unter anderem Teilnehmende der Lebenshilfe, des SkF Berlin sowie Menschen ohne Anbindung an eine soziale Einrichtung in unserer Gruppe begrüßen. Gerade diese Vielfalt machte die Reise zu etwas Besonderem und spiegelte den inklusiven Gedanken von Social Inclusion Berlin wider.
Während wir 2023 in Randers zu Gast waren, führte uns die Reise in diesem Jahr nach Fredericia, nur etwa eine Stunde von der deutsch-dänischen Grenze entfernt. Das Ferie Camp wird von der Landsforeningen af Væresteder (LVS) organisiert. Es ist für uns eine große Ehre, mit einer bunten Delegation aus Berlin an dieser besonderen Veranstaltung teilnehmen zu dürfen.
Unsere Teilnahme bedeutet nicht nur für die Menschen, die mit uns im Bus nach Dänemark gereist sind, sehr viel. Sie ist zugleich ein Zeichen der langjährigen Freundschaft und Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern. Wir hoffen sehr, dass die europäischen Social Inclusion Games in den kommenden Jahren wieder stattfinden – vielleicht sogar einmal in Berlin.
Ein herzliches Dankeschön an LVS, dass wir trotz unserer sehr kurzfristigen Anmeldung am Ferie Camp 2026 teilnehmen durften!
Eine Woche voller Gemeinschaft
Am Montag, den 6. Juli, ging es endlich los. Die ersten Helfer*innen waren bereits um 7 Uhr morgens im Zentrum am Zoo, bereiteten fleißig Lunchpakete aus den gespendeten Lebensmitteln vor, holten die Campingausrüstung des Vereins aus dem Lager und begrüßten alle Teilnehmenden herzlich.
Nach einer knapp achtstündigen Busfahrt erreichten wir Fredericia und machten uns gemeinsam an den Aufbau unseres Camps. Leider begann der Urlaub zunächst mit Regen. Doch schon am zweiten Nachmittag verzogen sich die Wolken und wir konnten den Rest der Woche bei herrlichem Sommerwetter genießen.


Eröffnungsfeier
Am Dienstagvormittag fand die offizielle Eröffnungszeremonie mit der Parade aller teilnehmenden Organisationen statt. Wir waren bestens vorbereitet: Neben unserem großen SIB-Banner und einer Deutschlandfahne trugen wir stolz unsere neuen blauen Vereinsshirts, die erst wenige Tage zuvor von der Siebdruckwerkstatt der USE geliefert worden waren.
Und natürlich blieb unser lautstarker „SIB! SIB! SIB!“-Chor nicht unbemerkt.

Sport, Pokale und jede Menge Teamgeist
In den folgenden Tagen standen Wettkämpfe in mehr als 20 Sportarten auf dem Programm – darunter Wikingerschach, Boccia, Bogenschießen, Tischcurling, Cornhole und viele weitere. Unsere Teilnehmenden waren mit viel Begeisterung, Ehrgeiz und Fairness dabei.
Neben dem Spaß und dem Gemeinschaftsgefühl konnten wir auch sportliche Erfolge feiern und mehrere Pokale mit nach Berlin bringen. Besonders hervorzuheben ist die großartige Leistung unseres Teilnehmers Jean, der beim Rodeoreiten den zweiten Platz belegte und einen Pokal gewann. Ebenso spannend war das Tischcurling-Turnier, das bis tief in die Nacht dauerte. Unter großem Jubel gewann Juri den ersten Platz und durfte ebenfalls einen Pokal mit nach Hause nehmen.
Auch beim Dart waren wir äußerst erfolgreich: Gleich zwei Teilnehmende unserer Gruppe – Rainer und Maik – konnten sich in ihren Wettbewerben durchsetzen und ebenfalls einen Pokal mit nach Berlin bringen.
War das vielleicht kein Zufall? Vielleicht hat sich ausgezahlt, dass wir uns das ganze Jahr über jeden zweiten Freitag im Monat im Zentrum am Zoo treffen und dort gemeinsam verschiedene Sportarten trainieren – unter anderem auch Dart.


Gemeinsame Abende
Auch die Abende waren abwechslungsreich gestaltet. Es gab Livemusik, Bingo, gemeinsames Improvisationstheater, viele lustige Gespräche und Gesellschaftsspiele sowie einen unvergesslichen Karaokeabend mit einem beeindruckenden Auftritt einer Teilnehmerin unserer Gruppe.

Kreativität und Begegnung im Kreativzelt
Nicht nur die zahlreichen Sportangebote machten das Ferie Camp zu etwas Besonderem. Täglich von 10 bis 17 Uhr war das Kreativzelt geöffnet und bot eine Vielzahl abwechslungsreicher Workshops an. Viele Teilnehmende unserer Gruppe nutzten die Gelegenheit, dort eine kleine Pause von der Sommersonne einzulegen, neue Menschen kennenzulernen und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.
Mit viel Begeisterung entstanden Armbänder, Schlüsselanhänger, Makramee-Kunstwerke, Keramik, Perlenketten und viele weitere kleine Erinnerungsstücke. Manche bastelten ein persönliches Souvenir für sich selbst, andere fertigten liebevolle Geschenke für Mitreisende oder neu gewonnene Freund*innen an.
Ein ganz besonderes Projekt war die große dänische Fahne mit einem selbstgebauten Holzständer, die Björn mit viel Geduld gestaltet hat. Am Ende des Urlaubs unterschrieben alle SIB Teilnehmenden die Fahne auf dem Holz, wodurch sie zu einem schönen Symbol unseres Zusammenhalts wurde.
Das Kreativzelt war für viele ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Entspannung – und damit eine wunderbare Ergänzung zu den sportlichen Aktivitäten des Feriencamps.

Legoland und Strand – zwei besondere Höhepunkte
Nachdem am Donnerstagabend die letzten Wettkämpfe beendet waren, warteten am Freitag und Samstag zwei weitere Highlights auf uns.
Am Freitag fuhren alle Teilnehmenden gemeinsam mit Reisebussen ins Legoland nach Billund. Dort verbrachten wir mehrere Stunden, fuhren Achterbahnen, bestaunten beeindruckende Lego-Bauwerke, genossen Softeis oder schlenderten einfach entspannt durch den Park – jede und jeder ganz nach den eigenen Wünschen.
Ein Teilnehmer beschrieb den Besuch als die „Erfüllung eines Lebenstraums“. Für viele war dieser Tag das schönste Erlebnis der gesamten Reise.


Am Samstag ging es schließlich gemeinsam an den Strand von Fredericia. Die dänischen Veranstalter stellten uns hierfür einen Reisebus zur Verfügung – vielen Dank dafür!
Vor Ort wurde gebadet, Karten gespielt und gemeinsam im Meer Ball gespielt. Außerdem überraschte uns eine spontane Schaumparty, an der einige unserer Teilnehmenden mit großer Begeisterung teilnahmen.
Gerade an diesen beiden Tagen wurde besonders deutlich, wie wertvoll solche Reisen und die gemeinsamen Erlebnisse sind.

Mehr als nur eine Reise
Insgesamt können wir die Fahrt als vollen Erfolg bezeichnen. Unsere Gruppe ist in dieser Woche eng zusammengewachsen, hat sich gegenseitig unterstützt und ist zu einer echten Gemeinschaft geworden.
Natürlich verlief nicht alles reibungslos. Genau wie schon vor drei Jahren gehörten Besuche bei Ärzt*innen, in der Apotheke oder sogar im Krankenhaus ebenfalls zur Reise. Doch auch schwierige Situationen wurden gemeinsam gemeistert und konnten der guten Stimmung nichts anhaben.
Eine Teilnehmerin beschrieb SIB als eine „große Familie“. Genau so hat es sich für viele von uns angefühlt.
Nachdem am Sonntag gemeinsam alle Zelte abgebaut und das Material verstaut worden waren, machten wir uns mit dem Bus auf den Heimweg nach Berlin.
Während der Rückfahrt hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre Gedanken und Eindrücke aufzuschreiben. Dabei entstanden viele berührende Rückmeldungen.
Ein Teilnehmer schrieb, dass er sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder „gesehen“ fühlte. Eine andere Teilnehmerin berichtete, sie habe sich „schon lange nicht mehr so angenommen und wertgeschätzt gefühlt“.
Für mehrere Menschen war es das erste Mal, dass sie zelteten, mit einem Reisebus verreisten oder sogar überhaupt einen Urlaub außerhalb Deutschlands verbrachten.
Alle waren sich einig: Sie bereuen die Reise keine Sekunde, haben wertvolle Erfahrungen gesammelt, wunderbare Menschen kennengelernt und möchten beim nächsten Mal unbedingt wieder dabei sein.
Danke!
Zum Abschluss möchten wir uns ganz herzlich bei allen Teilnehmenden bedanken. Danke für euer Engagement, eure Offenheit, eure gute Laune und dafür, dass jede und jeder von euch die Gruppe auf ganz besondere Weise bereichert hat.
Ein ebenso großer Dank gilt unserem Betreuungs- und Helferteam. Ohne euren unermüdlichen Einsatz – sowohl in der Vorbereitung als auch während der Reise – wäre das Ferie Camp in dieser Form nicht möglich gewesen.
Bedanken möchten wir uns außerdem bei der Landsforeningen af Væresteder (LVS) für die herzliche Gastfreundschaft und die hervorragende Organisation sowie bei allen Förderern und Unterstützer*innen, die diese besondere Reise ermöglicht haben.
Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Veranstaltungen von Social Inclusion Berlin und hoffen, viele bekannte Gesichter bald wiederzusehen!

Fotos: Social Inclusion Berlin e.V.
Text: Benedikt für Social Inclusion Berlin e.V.
